Fremdgehen, das Dir als Schuld zugeschoben wird

„Du zwingst mich ja dazu, fremd zu gehen.“

Dieser Satz fällt in Beziehungen, in denen Verantwortung systematisch verschoben wird. Untreue wird nicht als eigene Entscheidung benannt, sondern als Reaktion auf das Verhalten der anderen Person. Zu wenig Sex, zu viel Nähe oder zu hohe Erwartungen werden als Begründung herangezogen. Was wie eine Erklärung klingt, ist in Wahrheit Schuldumkehr.

Fremdgehen ist eine bewusste Entscheidung, niemand wird dazu gezwungen. Dennoch beginnst Du genau das zu glauben. Du fragst Dich, was hätte ich anders machen müssen, um das Verhalten des anderen zu verhindern. Der Blick richtet sich nicht mehr auf die Grenzverletzung, sondern auf das eigene vermeintliche Versagen.

Sexentzug und Schuld als Druckmittel

In solchen Beziehungen wird Verantwortung abgegeben. Statt zu sagen, ich habe diese Entscheidung getroffen, heißt es, ich musste das tun, weil Du so bist. Häufig kommt ein weiterer Mechanismus hinzu, nämlich Sexentzug als Druckmittel. Nähe wird entzogen, Bedingungen werden gestellt, Strafe folgt. Die unausgesprochene Botschaft lautet, wenn Du dich richtig verhältst, passiert das nicht.

Anpassung aus Angst

Auf diese Weise entsteht eine Dynamik, in der die betroffene Person beginnt, sich anzupassen. Bedürfnisse werden zurückgestellt, Grenzen verschwimmen, das eigene Erleben wird infrage gestellt. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst, erneut schuld zu sein. Beziehung entsteht hier nicht aus Verbundenheit, sondern aus Verunsicherung.

Was diese Dynamik mit Betroffenen macht

Diese Dynamik zeigt sich häufig zuerst körperlich. Innere Anspannung, ständiges Grübeln, Schlafprobleme und das Gefühl, nie wirklich zur Ruhe zu kommen, gehören dazu. Gleichzeitig wächst Scham, das Gefühl, nicht richtig zu sein, als fordernd erlebt zu werden oder zu viel zu sein. Dabei geht etwas Wesentliches verloren, nämlich das Vertrauen in Deine eigene Wahrnehmung und in das eigene Gefühl dafür, was stimmig ist und was nicht.

Warum Du nicht schuld bist

Untreue entsteht nicht, weil Du nicht genug bist. Sie entsteht, weil jemand Grenzen überschreitet und Verantwortung nicht tragen will. Sexentzug als Druckmittel ist keine Beziehungsdynamik, sondern eine Form von Machtausübung. Schuldumkehr ist kein Missverständnis, sondern eine Strategie, um eigenes Verhalten zu rechtfertigen und Kritik abzuwehren. Diese Muster finden sich häufig in narzisstischen Strukturen, in denen Schuld weitergereicht wird, um das eigene Selbstbild zu schützen.

Begleitung kann entlasten

Das klar zu erkennen, kann für Dich entlastend sein. Du bist nicht verantwortlich für das Fremdgehen des anderen. Du musst Dich nicht verändern, um Treue zu verdienen und Du bist nicht falsch, wenn sich das, was Du erlebst, zutiefst verletzend anfühlt. 

Ich begleite Dich, wenn Du in solchen Dynamiken feststeckst und begonnen hast, an Dir selbst zu zweifeln. In meiner Begleitung darf wieder Raum entstehen, um das eigene Erleben einzuordnen und den Blick auf sich selbst zu klären. Vereinbare Dein kostenfreies Erstgespräch.