Du nennst es Liebe, obwohl sie Dich zerstört

Das Muster hinter toxischen Beziehungen

Du hast diese Beziehung beendet und für Dich entschieden, dass es so nicht weitergehen kann. Wenige Wochen später öffnest Du trotzdem wieder die Tür, gehst ans Telefon, gibst dieser Person noch eine Chance. Die Muster einer toxischen Beziehung funktionieren genau so. Du weißt, dass es Dir schadet und gehst trotzdem zurück. Die Erschöpfung danach kennst Du schon, die Scham und das Gefühl, Dich selbst verraten zu haben auch. Danach fragst Du Dich wieder: „Warum bin ich nicht stark genug und was stimmt mit mir nicht?“

Was Du früh über Nähe gelernt hast

Was Dich zu bestimmten Menschen hinzieht und an ihnen festhält, kannst Du Dir selbst nicht erklären. Es hat seinen Ursprung in dem, was Dein Nervensystem früh über Verbindung gelernt hat. Wenn Du als Kind nie wusstest, ob Du heute geliebt und morgen abgelehnt wirst, hat sich das tief in Dir eingeprägt. Bis heute sucht ein Teil von Dir genau danach, weil Dein System diese Unberechenbarkeit als Liebe abgespeichert hat.

Eine ruhige, verlässliche Beziehung, in der Du wirklich sicher bist, fühlt sich für Dich seltsam und langweilig an, fast so, als würde Dir etwas fehlen. Du fragst Dich, warum Dich jemand, der Dir nicht guttut, so stark anzieht, während jemand, der wirklich für Dich da ist, kalt lässt. Der Schmerz, die Ungewissheit, das ständige Auf und Ab dagegen fühlt sich lebendig an, intensiv, wie echte Liebe eben. Das ist kein Beweis tiefer Verbundenheit, sondern ein Zeichen, dass Dein Nervensystem Intensität und echte Zuwendung irgendwann gleichgesetzt hat.

Die Bindung, die durch Schmerz entsteht

Toxische Beziehungen folgen einem Rhythmus, der sich einbrennt. Du wirst gebraucht, auf ein Podest gehoben, dann fallengelassen und schließlich wieder mit Wärme überschüttet. Dein Körper erinnert sich vor allem an das Hochgefühl, wenn es sich nach einem Streit wieder gut anfühlt, an die Erleichterung, wenn die andere Person wieder zugänglich ist. Den Schmerz dazwischen, die Unsicherheit, das Gefühl, nie wirklich genug zu sein, vergisst Du schnell. Deshalb sehnst Du Dich nach genau dieser Person zurück, auch wenn ein Teil von Dir längst weiß, wie die Geschichte weitergeht.

Gut gemeinte Ratschläge von außen helfen Dir dabei nicht weiter, denn Du weißt längst selbst, dass diese Beziehung Dir schadet. Trotzdem gehst Du immer wieder zurück. Du fragst Dich: „Bin ich zu schwach? Warum schaffe ich das nicht?“ Diese Fragen zeigen nicht, wer Du bist, sie zeigen, wie tief dieses Muster in Dir sitzt. Das gilt nicht nur in Partnerschaften. Auch in Freundschaften oder im Beruf kannst Du Dich in denselben Dynamiken wiederfinden, immer wieder hingezogen zu Beziehungen, die Dich gleichzeitig aufbauen und wieder kleinmachen.

Den Kreislauf wirklich durchbrechen

Du kannst diese Beziehung beenden und einfach die nächste beginnen. Aber solange Du nicht verstehst, was Dich in dieser Dynamik gehalten hat, landest Du früher oder später wieder in derselben Situation, nur mit einer anderen Person. Den Kreislauf zu durchbrechen bedeutet, genau dort hinzuschauen. Was hält Dich an dieser Beziehung immer wieder fest? Welche Überzeugungen über Dich selbst haben sich darin immer wieder bestätigt? Was in Dir glaubt, dass Du genau diese Art von Beziehung verdient hast? Diese Fragen lassen sich kaum allein beantworten, weil sie tief in Deiner Geschichte verwurzelt sind. Es braucht einen Raum, in dem Du alles fühlen darfst, was bisher keinen Platz hatte, in dem Du gehört wirst, ohne bewertet zu werden und ohne den Druck, endlich funktionieren zu müssen.

In meiner Praxis in Gschwend und online begleite ich Dich dabei, zu verstehen, warum Du immer wieder in dieselben Beziehungsmuster gerätst. Gemeinsam schauen wir behutsam darauf, was Dich dort hält, ohne zu werten. Denn in Dir steckt so viel mehr, als das, was Dir diese Beziehung gespiegelt hat. Wenn Du Dich in dem erkennst, bin ich gerne für Dich da. Vereinbare Dein kostenfreies Erstgespräch.