Was ein Femizid bedeutet
Von einem Femizid spricht man, wenn eine Frau nicht zufällig Opfer eines Verbrechens geworden ist, sondern gerade deshalb angegriffen und getötet wird, weil sie eine Frau ist. Dahinter stehen nicht nur persönliche Konflikte, sondern ein Denken, in dem Frauen abgewertet, kontrolliert oder als Besitz betrachtet werden. Genau deshalb ist es wichtig, diese Taten nicht nur als einzelne Verbrechen zu sehen, sondern als Ausdruck geschlechterbezogener Gewalt.
Femizide geschehen nicht nur in Liebesbeziehungen
Viele Menschen verbinden Femizide zuerst mit Trennungen oder mit tödlicher Gewalt durch den Ex Partner. Diese Fälle gibt es und sie sind erschreckend häufig. Doch nicht jeder Femizid geschieht innerhalb einer Liebesbeziehung. Es gibt auch Taten, bei denen keine Beziehung bestand. In solchen Fällen stehen nicht Trennung, sondern Frauenhass, Besitz und Anspruchsdenken im Vordergrund, getragen von einem Frauenbild, in dem der Mann glaubt, über eine Frau verfügen zu können. Genau das zeigt, dass Femizide nicht nur Beziehungstaten sind, sondern Ausdruck eines großen gesellschaftlichen Problems.
Besonders sichtbar wird das nach Trennungen. Eine Frau wird vom Ex Partner bedroht, verfolgt oder massiv unter Druck gesetzt. Es gibt Anzeigen, Annäherungsverbote und klare Hinweise darauf, dass Gefahr besteht. Trotzdem werden solche Hinweise nicht immer ernst genommen. Frauen suchen Schutz, doch nicht immer wird rechtzeitig gehandelt. Genau darin zeigt sich ein Versagen des Systems.
Die Zahlen in Deutschland
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 308 Frauen und Mädchen Opfer von vollendetem Mord oder Totschlag. 191 von ihnen wurden von Menschen aus dem näheren Umfeld getötet. Statistiken zeigen, dass in Deutschland fast jeden Tag ein Femizid geschieht. 132 Frauen wurden von ihrem Partner oder Ex Partner getötet. Die tatsächliche Dimension dürfte noch höher sein, weil nicht jede Tat eindeutig als Femizid benannt oder entsprechend erfasst wird.
Warum dieses Thema mehr Aufmerksamkeit braucht
Wer Femizide nur als private Tragödien betrachtet, macht es sich zu leicht. Hinter diesen Taten steckt ein großes gesellschaftliches Problem. Solange Femizide nicht klar benannt werden, bleibt auch das Problem dahinter zu wenig sichtbar. Genau deshalb braucht dieses Thema mehr Aufmerksamkeit und eine klare öffentliche Auseinandersetzung.
Weshalb ich dieses Thema aufgreife
In meiner Praxis begleite ich Menschen, die unter narzisstischer Gewalt, toxischen Beziehungen und emotionaler Gewalt leiden. Gerade deshalb ist es mir wichtig, auch über die Realität zu sprechen, in der solche Dynamiken nicht bei Abwertung, Einschüchterung oder Kontrolle bleiben, sondern im schlimmsten Fall tödlich enden können.
Wenn Du Dich in belastenden Beziehungserfahrungen wiedererkennst und Dir Begleitung wünschst, kannst Du ein kostenfreies Erstgespräch vereinbaren.