Wie dieses frühe Muster Deinen Selbstwert bis heute bestimmt
Du hast eine Präsentation abgegeben, ein Lob bekommen, die Aufgabe gemeistert. Für einen kurzen Moment ist da eine Erleichterung. Danach kommt wieder der Gedanke, das hätte besser sein können. Egal wie viel Du leistest, das Gefühl, nicht gut genug zu sein, bleibt Dein ständiger Begleiter. So sehr Du Dich auch bemühst, es reicht nie aus.
Du wurdest nicht so geboren
Ein Kind kommt nicht mit dem Gefühl zur Welt, nicht genug zu sein. Dieses Gefühl wächst in den ersten Lebensjahren und das liegt daran, wie die Eltern mit ihrem Kind umgehen. Bekommt ein Kind Zuwendung vor allem dann, wenn es funktioniert, brav ist und keine Umstände macht, lernt es früh eine einfache Regel: „Ich bin wertvoll, solange ich etwas leiste, denn nur dann werde ich gesehen und bekomme Geborgenheit und Liebe“.
Es entsteht nicht von heute auf morgen, sondern nach und nach, in vielen kleinen Momenten. Du freust Dich über etwas und keiner freut sich mit Dir. Du brauchst Trost und bekommst einen genervten Blick. Du wirst gelobt, aber nur für das, was Du leistest, nie für das, was Du bist. So lernst Du früh, Dich anzupassen und bloß keine Umstände zu machen, in der Hoffnung, dann doch gesehen zu werden. Was Du damals mitbekommen hast, wird mit den Jahren zu einer Stimme in Dir, die Dir immer wieder sagt, dass Du nicht genug bist. Wie stark der Selbstwert in der Familie geprägt wird, merkst Du meist erst, wenn Du längst erwachsen bist.
So zeigt sich das Muster in Deinem Alltag
Ein ganz gewöhnlicher Abend. Eine Freundin schreibt Dir, wie schön der Nachmittag mit Dir war. Du liest die Nachricht und Dein erster Gedanke ist, das sagt sie doch nur aus Höflichkeit. Statt Dich zu freuen, gehst Du den Nachmittag noch einmal durch und suchst nach dem, was Du falsch gemacht haben könntest. Nach einem Fehler, den außer Dir niemand sieht.
Dieses Muster steckt auch in ganz kleinen Momenten, in denen Du es kaum bemerkst. Bekommst Du ein Kompliment, wie zum Beispiel „Du hast aber ein schönes Shirt an“, antwortest Du sofort, ach, das ist doch schon alt. Es einfach anzunehmen und Danke zu sagen, fällt Dir schwer. So, als hättest Du es gar nicht verdient.
Im Job machst Du mehr, als von Dir verlangt wird. Trotzdem gehst Du abends mit dem Gefühl heim, zu wenig geleistet zu haben. In Deiner Beziehung nimmst Du Dich zurück, damit Du nicht zur Last fällst. So kann Nähe schwerfallen, selbst wenn Du sie Dir wünschst.
Du musst Dir Deinen Wert nicht verdienen
Der Weg heraus führt nicht über noch mehr Leistung. Du darfst wertvoll sein, ohne etwas dafür zu tun. Nicht für das, was Du schaffst, sondern für das, was Du bist. Etwas verändert sich erst, wenn Du das nicht nur denkst, sondern wirklich fühlst.
Ich begleite Menschen, die dieses Gefühl seit Jahren mit sich tragen. Fühlt sich das für Dich vertraut an, ist der erste Schritt schon getan. Möchtest Du weitergehen, begleite ich Dich dabei, traumasensibel, achtsam und wertfrei. Nimm Kontakt auf und wir schauen gemeinsam, ob das für Dich stimmig ist.